Über uns

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Dr. rer. nat. Barbara Missler-Karger
Apothekerin
Apothekerin in der Ernährungsmedizin BFD eV
Ernährungsberaterin IFE®

 

Nach dem Apothekenpraktikum in Düsseldorf, Pharmaziestudium und Promotion in Marburg an der Lahn, fast 15 Jahren Tätigkeit in der Pharmazeutischen Industrie (Rheumatologie, Kardiologie) in München und Neuss lebe und arbeite ich heute in Köln.

Da ich mich immer schon gefragt habe, warum man die Kenntnisse zur Wirkung von Medikamenten in einem Studium erwerben muss, aber jeder Mensch täglich alles Mögliche in Form von Nahrung zu sich nimmt, ohne darüber nachzudenken, was diese denn so alles bewirken kann, habe ich zusammen mit meinem Mann Dr. med. Thomas Karger 2003 das Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer absolviert.

Seitdem ist ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit die Ernährungsmedizin chronisch-entzündlicher Erkrankungen – sehr spannend und vor allem ein Gebiet, das ständig wächst. Hier ist insbesondere der Informationsbedarf der Patienten (und auch der Ärzte) immer noch – und zunehmend mehr – riesig.

Mitglied in folgenden Fachgesellschaften:

Bonner Förderverein für Diätetik (BFD e.V.)

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Schriftführerin des Arbeitskreis Ernährungsmedizin in der DGRh

Deutsche Gesellschaft für Mukosale Immunologie und Mikrobiom (DGMIM)

Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG)

Deutsche Gesellschaft für Probiotische Medizin (DeProm)

 

Warum Ernährungsmedizin in der Rheumatologie ?

Dr. Thomas Karger,
Facharzt für Innere MedizinRheumatologie
Ernährungsmedizin BFD eV

In der ärztlichen Ausbildung werden Grundlagen der Ernährung in der Physiologie und physiologischen Chemie gelehrt, also in der „Vorklinik“. Ernährungsmedizin ist jedoch weder Bestandteil des klinischen Studiums, noch Bestandteil der ärztlichen Weiterbildung. In der Weiterbildungsordnung für die Allgemeinmedizin und die Innere Medizin wird allgemein formuliert: „Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten… ernährungsbedingter Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung sowie Beratung und Schulung“.

Lebensmittelchemiker, Ernährungswissenschaftler bzw. Wissenschaftler der landwirtschaftlichen Fakultäten bestimmten bisher die Ernährungswissenschaft. Im Vordergrund stand die Festlegung der Nährstoffzufuhr bei gesunden Menschen. Dies mündete in die „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ 2000 herausgegeben von den ernährungsmedizinischen Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (www.dge.de). Auch die gesundheitspolitische Berichterstattung der Bundesregierung (www.gbe-bund.de) gibt im wesentlichen den Überblick über den Ernährungszustand und die Nährstoffzufuhr der gesunden Normalbevölkerung.

Was sind aber die Besonderheiten chronischer Krankheiten, die auch „konsumierende“ Erkrankungen genannt werden, weil sie Ressourcen des betroffenen kranken Menschen und dessen Organismus verbrauchen? Bei vielen chronischen Erkrankungen ist der Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen geändert. Diese Erkenntnisse werden von Ärzten beigesteuert, die mit den Besonderheiten dieser konsumierenden Krankheiten einerseits und den ernährungswissenschaftlichen Grundlagen andererseits vertraut sind – also den Ernährungsmedizinern.

Die Ernährungsmedizin ist in Deutschland ein junger Schwerpunkt. Erst 1998 verabschiedete die Bundesärztekammer das 100-stündige Curriculum Ernährungsmedizin.

Ernährungsmedizin ist nicht auf die „klassischen“ ernährungsbedingten Krankheiten wie Adipositas, metabolisches Syndrom und Diabetes beschränkt.

In der Rheumatologie hat sich gezeigt, dass eine Ernährungstherapie die Krankheitsaktivität reduzieren kann. Wir wissen ferner, dass die Mortalität für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und Psoriasisarthritis (PSA) erhöht ist, die Lebenszeitverkürzung beträgt 10 Jahre und mehr, die Mortalität ist durch kardiovaskuläre Ereignisse (CVD) geprägt. Eine effektive Basistherapie kann das Mortalitätsrisiko normalisieren.

Für die Primär- und Sekundärprophylaxe bei CVD ist mit einer Klasse-1-Empfehlung, Evidence-Grad B die Ernährungstherapie gesichert . Wenn auch der Link zwischen RA und CVD-Erkrankung nicht  endgültig geklärt ist, ergibt sich hier der Ansatz für eine Ernährungstherapie, unter Berücksichtigung der Komorbidität.