Fasten bei entzündlich-rheumatischen Beschwerden

Pouring fresh water

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Das Fasten führt zu einer Besserung der entzündlich rheumatischen Beschwerden. Diese Besserung wird darauf zurück geführt, dass

  • die körpereigene Cortisolausschüttung erhöht wird
  • die Immunreaktionen im Hungerzustand abgeschwächt sein können
  • keine Arachidonsäure zugeführt wird und damit weniger entzündungsfördernde Eikosanoide und Zytokine gebildet werden

Zwei Tage nach Beginn des Fastens nimmt die Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke ab, die Morgensteifigkeit verbessert sich. Dieser Effekt kann auch über das Fasten hinaus erhalten werden, wenn man seine Ernährung umstellt und sich überwiegend vegetarisch ernährt. Beginnt man jedoch nach dem Fasten so, wie man vorher aufgehört hat mit einer für uns westliche Menschen „Normalkost“ also mit Fleisch, Wurst und den anderen tierischen Schmankerln unserer Küche, ist die Wirkung des Fastens schnell verpufft.

Zudem ist das Fasten eine Anstrengung für den Körper und somit für schwerer kranke Personen nicht geeignet. Auch für alle anderen gilt: Nicht länger als drei bis sieben Tage fasten, wirklich ausreichend trinken und vor allem:

Niemals in Eigenregie fasten, sondern immer nur unter ärztlicher Aufsicht!

Es versteht sich von selbst, dass untergewichtige Personen gar nicht und normalgewichtige Menschen höchstens kurzfristig fasten dürfen. Voraussetzung ist auch immer, dass keine Fehler- oder Mangelnährung vorliegt, die allerdings bei Rheumatikern häufig sind. Diese Defizite in der Ernährung (Mineralien, Spurenelemente, Vitamine) werden durch das Fasten verstärkt. Durch eine entzündungshemmende Ernährung kann im Übrigen der gleiche Effekt erzielt werden wie durch das Fasten.

Am Anfang einer Fastenkur ist der Gewichtsverlust durch die vermehrte Ausscheidung von Wasser und durch die Darmentleerung zu erklären. Schwer wiegt der Abbau von Muskulatur durch einen Eiweißverlust, der bei RA-Patienten besonders negativ zu beurteilen ist, da die Entzündungsvorgänge bei aktiver Erkrankung schon mit einem verstärkten Abbau von Eiweiß einhergehen.

Aktualisierte Forschungsergebnisse vom Februar 2015

zeigen, dass ein vom Körper im Hungerzustand, während einer ketogenen Low-Carb-Diät oder während intensiven sportlichen Trainings einen Ketonkörper –  das β-Hydroxybutyrat (BHB) – bildet.

Forscher der Yale School of Medicine fanden in ihrer Studie, dass dieser Ketonkörper –  β-Hydroxybutyrat (BHB) – einen spezifischen Zellkomplex unseres angeborenen Immunsystems hemmt, der an verschiedenen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie Autoimmunerkrankungen, (rheumatoide Arthritis, multiple Sklerose u.a.), Diabetes 2, Atherosklerose, Alzheimer und autoinflammatorischen Erkrankungen (CAPS) u.a. beteiligt ist.

Diese Daten belegen erstmalig, dass das Fasten beim Kampf gegen entzündliche Krankheiten – unter Einhaltung der oben genannten Konditionen – eine denkbare medizinische Option darstellt.

Literatur:

O. Adam, S. Fasse, O. Ditrich:
Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen
Z Rheumatol 2009 Sep: 68 (7): 549-58
DOI 10.1007/s00393-009-0507-6
Abstract

Prof. Dr. med. Olaf. Adam:
Diät & Rat bei Rheuma und Osteoporose
Rezepte gegen Entzündung und Schmerz
Aktualisierte Neuauflage 2010 Walter Hädecke Verlag, D-71256 Weil der Stadt