Autoinflammatorische Erkrankungen

Gicht © Alila Medical Media - Fotolia

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Die Autoinflammatorischen Erkrankungen sind eine Gruppe seltener entzündlicher und vererbbarer Erkrankungen. Dabei kommt es zu einer überschießenden Reaktion des angeborenen Immunsystems, bei der im Gegensatz zu den Autoimmunerkrankungen das erworbene Immunsystem zunächst nicht beteiligt ist. Diese seltenen Erkrankungen beruhen also nicht auf einer Infektion, einer Allergie oder einer Schwäche des Immunsystems generell.

Die Patienten leiden unter anhaltenden oder wiederkehrenden Entzündungsreaktionen im ganzen Körper. Diese können sich als allgemeine Schwäche, Müdigkeit, schnelle Erschöpfung und geringe Belastbarkeit äußern. Dazu können kommen: Fieber, Hautausschläge, Gelenk-, Bauch- und Kopfschmerzen. Bei schweren Verläufen können auch die Augen (Erblindung), die Ohren (Schwerhörigkeit) und die Nieren (Insuffizienz) betroffen sein.

 

Zu den Autoinflammatorischen Erkrankungen gehören die Cryopyrin-Assoziierten Periodischen Syndrome (CAPS) mit den unterschiedlichen Krankheitsbildern, die eine gemeinsame genetische Grundlage haben:

Weitere Erkrankungen, die in diesen Formenkreis gehören, sind:

Gemeinsames Merkmal dieser Erkrankungen ist die Überproduktion des Zytokins Interleukin-1β (IL-1 β) in den intrazellulären Schaltern des angeborenen Immunsystems – den Inflammasomen. Mit zunehmender Kenntnis der pathologischen Mechanismen werden jetzt auch viel häufiger auftretende Erkrankungen wie die Gicht / Pseudogicht, der Diabetes Typ 2 und die Atherosklerose zu den Autoinflammatorischen Erkrankungen gezählt. Die Inflammasome werden hier durch Substrate aktiviert, wie die Harnsäure bei der Gicht, die Glucose beim Diabetes Typ 2 und das Cholesterin bei der Atherosklerose.